Warum Du unbedingt etwas ändern solltest - und wie Du dabei Deinen Ängsten begegnest

Aktualisiert: 5. Mai 2021

von Günter Lau


Mit dem Gründen und Betreiben einer natürlich lernenden Lerngruppe kehrst Du eine in die vergessene Welt Deiner Kindheit zurück. Nur mühsam erinnerst Du Dich an das, was Du einmal gekonnt hast: Lernen - nicht Nacherzählen. Gleichzeitig hat die neuere Erforschung der Mathetik - also des natürlichen Lernens - vieles ans Licht gebracht, was wir bisher allenfalls unterbewusst erlebt und genutzt haben. Du betrittst also ein doppelt unbekanntes Land - ein vergessenes und ein unbewusstes - und Manches davon ist überraschend, Manches überwältigend und Manches kaum glaublich.


Das "Perfide" daran ist, dass Deine Kids das zumindest teilweise noch können, spielerisch leicht - und wenn Du nicht aufholst, werden sie Dich abhängen. "Lass mal, wir machen das allein!" Das wirst du zukünftig oft hören. Weil sie es wirklich allein können. Ganz natürlich! Wie alle Kinder, seit Millionen von Jahren. Ohne diese Fähigkeit währen diese zarten Wesen keine 6 Jahre geworden und die Menschheit hätte nicht diese Größe erreicht.

Und was tun wir, oder lassen es zumindest bisher zu? Wir trainieren es ihnen in staatlichen Schulen systematisch ab, indem wir sie UNTER-richten! Kein Wunder, dass sie bereits in der ersten Klasse schon Bauchschmerzen bekommen, weil die Begeisterung, mit der wir sie dort hingeschickt haben und die sie eine Weile noch trägt, nicht anhält. Sie merken rasch, dass das, was sie bisher spielerisch konnten, plötzlich schwer und anstrengend wird. Dann wollen sie nicht mehr lernen, dann müssen sie lernen, für die Eltern, für die Lehrer, für die Gesellschaft - aber nicht mehr für sich. Und ab da wird es eng für sie. Ihr kennt die Symptome, die sie entwickeln, sehr genau. Wir nennen das, weil wir es nicht mehr anders kennen, den ERNST DES LEBENS. Während der Corona-Zeiten ist es noch schlimmer geworden. Laut Psychologenverband sind inzwischen mehr als 25 % - jeder 4. (!) junge Mensch - leicht - bis schwergradig depressiv geworden und einige wenige (noch) schon in den Selbstmord gegangen, Das nennt ihr LEBEN? Das fragen sie Euch spätestens mit der Pubertät. Und suchen sich ihre eigenen "Spiele" und "Regeln". Oder flüchten - in alle möglichen Formen von Süchten. Spätestens dann wird Euch klar, dass sich was ändern muss. Aber WAS? Und vor allem WIE?


Zum jetzigen Zeitpunkt unter den jetzigen Bedingungen scheint der einzig sinnvolle Weg die "Befreiung aus der Präsenz-/Schulpflicht".

Vor allem um eine Doppelbelastung für die jungen Menschen zu vermeiden, ergibt das Gründen von Lerngruppen zur selbstbestimmten Bildung erst Sinn, wenn Eure Söhne und Töchter nicht gleichzeitig für die Schule weiter lernen müssen d.h. aus der Schulpflicht befreit werden.

Mir ist klar, dass dieses Thema für den Einzelnen angstbesetzt sein kann und mit Furcht vor Konsequenzen. Aber, was ist die Alternative: Depressive junge Menschen? Wir haben abgestufte Wege gefunden, sich dem Thema, den Ängsten und den Konsequenzen zu stellen. Ich erlebe an dieser Stelle, wie viel Unterstützung Eltern benötigen und wie viel Sorgen und Ängste sie haben.


Es gibt beginnt mit ihren eigenen Ängsten, die sie aus ihrem Leben mitgebracht haben. Die nächste Angst dreht sich um die jungen Menschen, nämlich dass diese unter Druck gesetzt werden und gleichzeitig sie selbst in der gefühlt riesigen Gefahr sich befinden, ihre Söhne und Töchter zu verlieren. Oder mit Geldstrafen oder anderen bedacht zu werden.


Sind sie erst einmal in dem Prozess der Befreiung aus Schul- bzw. Präsenzpflicht, dann tauchen die nächsten Ängste auf und die beginnen mit einem Haufen Fragen: Wenn der junge Mensch die ganzen Lernpakete aus der Schule nicht mehr macht (Doppelbelastung), was passiert dann? Was passiert, wenn der junge Mensch die ganze Zeit zu Hause bleibt, lernt er dann noch genug? Besteht er die Prüfungen (welche?)? Kann der junge Mensch im Leben bestehen, wenn er keine Abschlüsse hat? Welche Aufgaben habe ich im Lernprozess des jungen Menschen? Welche Haltung muss ich einnehmen? Ich möchte meinen Sohn/meine Tochter gern optimal begleiten, wie geht das? Wenn man das mal aufgelistet, die Liste ist bestimmt noch länger, ist das eine ganze Menge an Fragen, die beackert werden müssen.


Das Wichtigste zuerst: Gehe diesen Weg nie ohne Genehmigung durch die Betroffenen. Die jungen Menschen müssen entscheiden (im Einzelfall bei kleinen Kindern durch Befragung ihrer Seele), welchen Weg sie gehen wollen - Schule oder Schulbefreiung oder was auch immer. Bitte stell Dir einmal vor, da stehen zwei Mitarbeiter des Jugendamtes vor Dir (die kommen immer zu zweit) und Dein Sprössling sagt: "Ich will ja in die Schule, aber Mama will das nicht!". Das Zweitwichtigste ist: Gehe diesen Weg nur so, dass Du ihn ohne Überforderung gehen kannst. Sei ein souveräner Mensch, der selbst bestimmt, aber gleichzeitig menschlich zu Dir und zu Deinen Gesprächspartnern. Dann wirst Du regelmäßig am Weitesten kommen, weil Du dann in Dir ruhen kannst. Das wird Deine Gesprächspartner beeindrucken.


Im obigen Schaubild sind Stufen aufgezeigt, die Du je nach Satus Deines Selbstbewusstseins gehen kannst. Willst du erst einmal mit Tricks und rechtlichen Möglichkeiten Zeit gewinnen, bis du durch mehr Information selbstbewusst den Weg "zivilen Ungehorsams" gehen kannst - souverän und selbstbestimmt?


Wichtig ist auch regionale Vernetzung mit Gleichgesinnten und die Nutzung von beratenden Gruppierungen. Besser ist es, wenn Du nicht allein zu Behörden gehst. Da sitzen Dir auch immer zwei gegenüber. So hast Du einen Zeugen und einen Begleiter, der Dir zur Seite stehen kann. Auch wichtig ist die möglichst umfangreiche Dokumentation des Bildungszuwachses der jungen Menschen, die Du begleitest. Damit erkennbar wird, dass diese wirklich sich (selbstbestimmt und natürlich) gebildet und gelernt haben, was auch immer. Und dass Du sie nicht nur einfach zu Hause gelassen hast.


Das dritte Wichtige ist, dass die jungen Menschen nach der Befreiung erst einmal entschulen müssen. Das ist wie eine "Rekonvaleszenz" nach schwerer Krankheit, denn sie haben schwer darunter gelitten, nicht mehr natürlich lernen zu dürfen. Rechnet mit 4-6 Wochen. In der Zeit lasst sie einfach schöne Sachen machen bzw. macht mit ihnen schöne Sache, die alle Seiten erfreuen. Und ganz normalen Alltag leben. Lasst sie an Eurem Leben teilhaben und nutzt die Zeit, auch an ihrem Teil zu habe